Edelmetalle und schwarzes Metall Goldlegierungen Vergoldung,
Rhodinierung,
Ruthinierung
Edelstahl Damaszenerstahl Feingehaltsnachweis
und
Gutachten
Emaille und Niello Gravuren schmucke Berufe Fertigungsablauf






Edelmetall


Es gibt nur wenige Metalle, die keine Verbindung mit Sauerstoff eingehen, die also nicht oxidieren.
Diese Metalle gelten als "Edelmetalle".

Diese sind:


Gold,
Silber,
Platin,
sowie alle Platin-Nebenmetalle wie: Rhodium, Palladium, Iridium, Osmium und Ruthenium.

Diese Metalle sind weiss, gelb oder leicht grau. Ein schwarzes Edelmetall zur massiven Bearbeitung gibt es nicht.

Alle Edelmetalle können gelötet werden.
Das heißt, dass sie mit einem Metall verbunden werden, welches einen gleich hohen Edelmetallgehalt hat wie sie selbst,
jedoch durch Zustätze einen niedrigeren Schmelzpunkt. Hierfür muss das ganze Schmuckstück erhitzt werden, damit das Lot
sich an der Oberfläche der sog. Fuge anlegiert.
Dies geht bei Unedelmetallen nicht.
Wenn Sie etwas mit Zinnlot löten (im Schmuckbereich absolut verboten!!!),
ist es nicht miteinander verschmolzen, sondern das Zinnlot klebt
lediglich an dem anderen Metall.

Rhodium wird wegen seiner weißen Farbe und der Fähigkeit, kaum chemische Verbindungen
einzugehen, überwiegend zur Oberflächenveredelung verwendet.
Dies wird galvanisch durchgeführt und als "rhodinieren" bezeichnet.
Weißgoldlegierungen sind in ihrem natürlichen Zustand leicht grau und werden rhodiniert, damit sie richtig weiss aussehen.

Auch Ruthenium wird zur galvanischen Verredelung genutzt. Es hat eine anthrazith schwarze Farbe und eine höhere Härte als Rhodium und bietet so einen guten Schutz gegen Anlaufen und Verkratzen.
Zur direkten Fertigung von Schmuck ist es jedoch nicht geeignet und wird somit legiert oder galvanisch genutzt.

Silber ist das einzige Edelmetall, das "anläuft", was der Volksmund als Oxidation bezeichnet.
Doch wie wir nun wissen, handelt es sich bei Silber auch um ein Edelmetall, das sich demnach
nicht mit Sauerstoff verbindet.
Dies ist auch nicht der Fall, sondern es "sulfidiert", das heißt, es verbindet sich mit dem
Schwefelgehalt der Luft.
Dies kann man beobachten, wenn man seinen Silberschmuck einige Stunden in der Nähe eines
Kohlekraftwerkes nieder legt, wobei man zwar beim Anlaufen zusehen kann, dies wegen der
"gesunden" Luft jedoch vermeiden sollte.
Um dieses Anlaufen zu vermeiden, wird auch Silberschmuck rhodiniert.

Andererseits wird diese Eigenschaft des Silbers aber auch genutzt, um es zu "schwärzen".
Mit einer schwefelhaltigen Lösung wird das Anlaufen des Silbers beschleunigt und bekommt so
eine eisenähnliche schwarze Farbe, wie bei einige unserer Ringe zu sehen ist.
                            geschwärzter Silberring




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Legierungen


Es gibt sehr viele Legierungen unter den Edelmetallen.
Doch will ich hier nur die gängigsten aufführen:

Silber:

Das sogenannte "Sterling-Silber" ist eine Silber-Kupfer-Legierung,
die aus 925 Teilen Silber und 75 Teilen Kupfer besteht.

Silberlote werden mit Kupfer und Zink gemischt.
Da Zink jedoch Allergien hervorrufen kann, stellen wir allen Piercing-Schmuck
ohne Lötfugen her, so dass in Piercings von uns kein Zink enthalten ist.

Da wir neuerdings mit einem Lasertechniker zusammen arbeiten, werden Schmuckstücke für den Intimbereich lasergeschweisst.
Das heisst, dass das Metall ohne Lot verbunden werden kann.

Die gleiche Regel befolgen wir natürlich auch bei Piercings in Gold oder Platin.

Die gängigsten Goldlegierungen sind:

750 er Gelb- oder Weißgold, auch als 18 karätiges Gold bezeichnet.
Die Legierung besteht aus 750 Teilen Feingold,
125 Teilen Feinsilber und 125 Teilen Feinkupfer.

585 er Gelb- oder Weißgold, auch als 14 karätiges Gold bezeichnet.
Die Legierung besteht aus 585 Teilen Feingold,
208 Teilen Feinsilber und 207 Teilen Feinkupfer.

333 er Gelb- oder Weißgold, auch als 8 karätiges Gold bezeichnet.
Die Legierung besteht aus 333 Teilen Feingold,
334 Teilen Feinsilber und 333 Teilen Feinkupfer.

Somit ergibt die erste Zahl den Anteil des Feingehaltes im Verhältnis zu Tausend Teilen.

Die Silber und Kupferanteile der Legierungen variieren jedoch, um die Goldfarbe zu beeinflussen.

Oft werden auch Unedelmetalle zugesetzt, um die Legierung weicher und geschmeidiger zu machen,
damit der Goldschmied das Metall besser verarbeiten kann.
Da wir unsere Legierungen selber machen oder in enger Absprache mit unseren Zulieferfirmen, können wir die Zusatzmetalle in unseren Goldlegierungen selbst bestimmen.

Platin kann heute unlegiert, also in seinem reinen Feingehlatszustand verarbeitet werden.
Bis um 1800 legierte man Platin sogar mit Arsen, um seinen Schmelzpunkt herab zu senken,
der immerhin bei 1774 Grad Celsius liegt.
Dank der heutigen Knallgasgebläse braucht man keine solch giftigen Zusätze mehr
und der Goldschmied kann atmen während des lötens ;).


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Galvanische Beschichtungen


Wie bei den Edelmetallen schon angesprochen, können Schmuckstücke mit einer Schicht galvanisch überzogen werden.

Im Schmuckbereich wird somit:
vergoldet, also eine Goldschicht über das Schmuckstück gelegt (Farbe:gold),
rhodiniert, also eine Rhodiumschicht auf das Schmuckstück gelegt (Farbe:weiss),
ruthiniert, also eine Rutheniumschicht aufgetragen (Farbe:antrazith)
oder es wird versilbert (Farbe:silber).

Da es sich um eine Beschichtung handelt, hält diese nicht ewig und je höher die mechanische Beanspruchung, desto eher geht die Beschichtung ab.
Am schnellsten geschieht dies bei Ringen an der Handinnenseite, da mit jedem Türgriff oder Schlüssel das Metall am Ring reibt und somit die Beschichtung abnutzt.

Der Schmuck kann wieder aufbereitet werden, doch um eine saubere und gleichmäßige Beschichtung zu erlangen, muss die alte Schicht erst abgetragen werden, bevor man die neue Schicht auftragen kann.
Dies ist also mit etwas Aufwand verbunden und kann daher nicht ohne Kostenaufwand durchgeführt werden.
Hinzu kommt natürlich der Materialverbrauch des jeweiligen Edelmetalls, welches aufgetragen wird.

Sehr oft fragen Kunden nach schwarzem Metall, weil sie einen beschichtetes Schmuckstück gesehen haben.
Wir weisen stets darauf hin, dass es kein durchgehend schwarzes Schmuckmetall gibt und somit immer mit besagtem Abrieb gerechnet werden muss.



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Edelstahl


Edelstahl verdankt seinen Namenszusatz lediglich der Eigenschaft,
dass gewisse Chrom-Nickel-Eisen Legierungen nicht oxidieren.

Da Chrom jedoch die Oxidation erst nach einem gewissen Gehalt verhindert,
sind in der Regel 12 bis 17 % Chrom in einer Eisenlegierung enthalten.
Weitere 8 bis 9 % Nickel und ggf. Titan werden der Legierung zugesetzt.

Da Edelstahl aus der Werkzeug und Maschinenindustrie stammt, wird es nach bestimmten Nummern,
dem sogenannten "Stahlschlüssel" nach seinen Legierungen eingestuft.

Edelstahl ist sehr zäh in der Verarbeitung und je nach "Schlüssel" kann er weder gewalzt,
noch geschmiedet werden, wie Edelmetalle.

So wird Edelstahl meist gedreht, oder im Sandguss angefertigt.

Stahl und Titan können nur maschinell geformt werden.
Ebenso kann man es nicht löten, sondern muss es schweißen.
Das heißt, dass ein Edelstahldraht mit hoher Hitze an den Ansatzstellen eingeschmolzen wird.
Dank Lasertechnik kann heute auch punktuell geschweißt werden, so dass wir immer mehr Möglichkeiten für die Schmuckherstellung haben.

Weder Edelstahl noch Titan sind Edelmetalle.

Der reine Materialwert ist bei Schmuck in diesen Metallen stets fast 0.
Stahl oder Titan in Zahlung zu geben ist daher nicht möglich.
Reparaturen oder Umarbeitungen sind nur bedingt möglich.


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Damaszenerstahl


Damaszener Stahl oder Damast verdankt seinen Namen der Hauptstadt Syriens,
in der Damaszenerstahl chemisch aus einem Stahl - Eisen Gemisch entwickelt wurde.
Damaskus war Lieferant von Schwertern, Läufen für Schusswaffen, Schilden und Rüstungen.

Später ahmten die Merowinger die Optik des Damaszenerstahl nach und entwickelten so die Falttechnik,
bei der der Stahl immer wieder geschmiedet und gefaltet wird, ähnlich wie ein Blätterteig.
Durch die Kohlenstoffanreicherungen zwischen den geschmiedeten Lagen entsteht so die Maserung.

Diese herkömmlichen Arten der Damaszenerstahlherstellung bringen einen sauharten Stahl hervor.

Heute wird die Optik des Damaszenerstahls auch durch Sinthern erlangt,
welches einen relativ weichen und somit gut zu verarbeitenden Damaszenerstahl hervorbringt.
So können auch Schmuckstücke angefertigt werden.

Um einen Fingerring aus Damszenerstahl in guter Qualität anzufertigen,
wird ein Stab aus mehreren Lagen Stahl gefertigt.
Aus diesem Stahl wird dann mit Spezialwerkzeugen, die der Härte des geschmiedeten Damaszenerstahls
entgegnen können, der Ring gedreht.
Wenn man sich die Arbeitsschritte und die aufwendige Herstellung allein des Rohmaterials vor Augen hält, wird einem bewusst,
dass es "kostengünsigen" Schmuck aus qualitativ hochwertigem Damaszenerstahl nicht wirklich geben kann.

Die Maserung der Damaszenerstähle ist nur bedingt steuerbar.
Grundsätzlich können bei der Materialherstellung verschiedene Grundstrukturen erzielt werden,
welche dann Namen haben wie "Torsion" oder "Augendamast" bzw. "Blue Wine".


Auch hier ist der reine Materialwert - wie bei Edelstahl und Titan - = 0.
Doch die aufwendige Herstellung und Bearbeitung dieses Stahls machen ihn zu etwas Besonderem und Damaszenerstahl sieht ausserordentlich gut aus.
Hier die technischen Daten des Damaszenerstahls, welcher bei uns weiterverarbeitet wird:
60 Lagen in Pulvermetallurgischem Verfahren hergestellter rwl und 12c27 Stahl (grobe Struktur) und 160 Lagen in Pulvermetallurgischem Verfahren hergestellter rwl und 12c27 Stahl (feine Struktur).

Die Maserung des Damaszenerstahls wird erst durch ein Säurebad sichtbar.
Generell rostet der für den Schmuck eingesetzte Damaszenerstahl nicht.
Doch bei einigen wenigen Menschen reagiert der Stahl auf deren Körperflüssigkeiten.
Dies kann eingedämmt werden, indem man z.B. die Hände fettet und diese nicht häufig mit Desinfektionsmittel einreibt.

Hier noch die nostalgische Variante für die Romantiker unter Ihnen:
Natürlich steht da ein Schmied - groß, muskolös, kaputtes Muskelshirt, zerfetzte Jeans, Bikerstiefel, braungebrannte Haut, Adlertatoo auf dem Oberarm, völlig schweißgebadet, nach männlichen Hormonen nur so duftend, zwischen Esse und Amboss - und schwingt, kraftvoll den Hammer in seiner Pranke haltend, seinen kraftstrotzenden Arm und schlägt voller Wucht Schlag um Schlag das massivschwere Eisenhammerteil auf den glühenden Stahl.
Immer und immer wieder im Wettstreit mit dem Stahl, unermüdlich, bis dieser nachgibt ... der Stahl.
Und die Funken fliegen und die vom Schweiß hochglanz polierten Adern springen, prall mit Blut geflutet im flackernden Licht des glühenden Ofens zwischen Bi und Trizeps umher...

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Stempelgesetz


Die Stempelung der Edelmetalle ist gesetzlich festgelegt.

Da der Goldschmied bei Fertigstellung seiner Schmuckstücke den Feingehaltsstempel selber
einsetzt, soll dieses Gesetzt verhindern, dass nicht zutreffende Feingehalte an Legierungen
angebracht werden.

Ist der tatsächliche Feingehalt höher als die Punzierung, d.h.die Stempelung,
so kann der Gold- und Silberschmied natürlich nicht dafür bestraft werden.
Er straft sich schließlich schon selber, wenn er mehr Edelmetall zu verschenken hat,
als er sich zahlen lässt ;))

Das Gesetz über die Stempelung von Gold und Silberwaren besagt jedoch, dass in allen
Legierungen Schmuck angeboten werden darf, die Stempelung jedoch zehn Tausendteile an
Fehlertolleranz nicht unterschritten werden dürfen.

Wer sich nicht daran hält, darf dafür in den "Bau" gehen.

Weiterhin ist speziell bei Ketten und beweglichen Verbindungen zu beachten,
dass die Stempelung an nicht trennbaren Teilen anzusetzen ist.
Das könnte z.B. bedeuten, dass Sie eine Panzerkette kaufen,
an dessen Verschluss ein 750 er Goldstempel ist.
Ist die Öse, die den Verschluss, das Stempelplättchen und die Kette verbindet jedoch nicht
zugelötet, ist nicht unbedingt gesagt, dass die Kette aus besagter Legierung bestehen muss.
Die Kette könnte somit alles sein, nur das Stempelplättchen kann aus 750 er Gold sein.
Wären alle Verbindungsteile geschlossen,
so darf die Kette auf gar keinen Fall aus einer anderen Legierung bestehen, als aus der angegebenen.

Leider kamen schon so einige "Schlaumeier" auf die Idee, den Leuten so das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Neben der Punzierung für die jeweilige Legierung sind Firmen angehalten, ihr eindeutiges Firmenzeichen zu stempeln.
Dies kann der Name der jeweiligen Firma sein, wie es bei uns der Fall ist, oder es kann das beim DPMA eingetragene Firmenzeichen sein.
Dieser Stempel garantiert dem Kunden nochmals die Echtheit, da er so nachvollziehen kann, wer der Hersteller des Schmuckstücks ist.

Grundsätzlich ist auch die Rechnung des Herstellers eine Erklärung und somit eine Garantie für die Echtheit der gelieferten Schmuckstücke.

Bei Diamanten und Edelsteinen hingegen werden gerne Zertifikate mitgeliefert.
Diese dürfen nur von den Kammern oder Diamantsyndikaten zugelassenen Gutachtern erstellt werden, welche die Qualifikation und die technischen Voraussetzungen zur Prüfung der jeweiligen Edelsteine haben.
Solche Gutachten sind sehr kostspielig und werden nur für sehr hochpreisige Edelsteine erstellt.

Bei dem Kauf von Edelsteinen im "normalen" preislichen Rahmen, ist die Rechnung des Goldschmieds - wie auch für den Schmuck - eine Garantie für die Echtheit der Edelsteine.
Juweliere, welche Gutachten ausstellen, sollten die oben erwähnte Qualifikation und die Zulassung einer Kammer oder eines Syndikats vorweisen können. Ansonsten ist deren Gutachten wertlos.
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Emaille, Kaltemaille und Niello


Der Begriff "Emaille" bezieht sich auf eine Technik, in der schmelzflüssiges Glas auf Metall vereint wird.
Es ist eine Sondertechnik des Goldschmiedehandwerks, bei dem verschieden farbiges Glas mit Metall unter hohen Temperaturen verbunden wird.

Das Niello ist dem Emaille ähnlich, wobei hier eine schwarze Silber-Kupfer-Blei-Schwefel Mischung ins Grundmetall eingeschmolzen werden.
Dank moderner Chemie gibt es Ersatzprodukte, die dem Goldschmied die Gesundheit erhalten und den "Hexenmix" erübrigen.
Das Endprodukt steht jedoch den uralten Techniken in nichts nach.
Im Gegenteil. Das neue Produkt ist etwas flexibel, so dass es nicht so leicht bricht wie Niello oder Glasemaille.
Ein Grundproblem bleibt jedoch bei beiden Varianten bestehen:
wenn Sie mit der Emaillierten Fläche irgendwo gegen stoßen, bekommt diese Macken ab.
Mit der Zeit und je nach Beanspruchung, kann das Email auch ganz zerspringen und die Einlage muss komplett erneuert werden.
Daher können wir für die Dauer der Einlage nur bedingt garantieren.
Die Erneuerung nehmen wir gerne für Sie vor, müssen Ihnen diese jedoch ab dem zweiten Mal in Rechnung stellen.
Die Kosten hierfür sind jeweils abhängig vom jeweiligen Aufwand.

Ergo:
Wenn Sie Ihren emaillierten Ring nur selten stark beanspruchen, weil Sie ihn vielleicht nur zu besonderen Anlässen tragen, so ist Niello oder Emaille zu empfehlen.
Tragen Sie Ihren Ring jedoch täglich und haben zudem einen Beruf, der Ihre Hände stark in Anspruch nimmt, wäre ein Nielloüberzug zu überdenken.
Alternativ bieten wir das geschwärzte Silber im Tiefrelief, welches stets problemlos nachgeschwärzt werden kann.

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Gravuren


Gravuren sind Einschnitte in die Metalloberfläche.
Der Beruf des Graveurs ist ein eigenständiger Beruf. Es gibt den Edelsteingraveur, der entweder figurativ arbeitet, oder Reliefe graviert und es gibt den Metallgraveur, der zum Beispiel Eheringe graviert, aber auch Reliefe in Metalle schneidet.

Früher wurden Gravuren von Hand gemacht, mit einem sog. Gravierstichel.

Hier sehen Sie Beispiele für Gravuren, welche von Hand mit besagtem Stichel ins Metall eingeschnitten wurden.

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Die Schnittflächen gehen schräg ins Metall und sind glänzend.

Noch heute bieten wir Handgravuren an, die Lieferzeiten sind lange, da es kaum noch Graveure gibt, die das Jahrhunderte alte Handwerk gelernt haben und noch heute ausüben.




Die Handgravur wurde schon vor Jahren durch Maschinengravur ersetzt.
Mit einem sog. Pantographen werden Buchstaben nach Schablonen mit einem Diamantschneidekopf auf das zu gravierende Schmuckstück nachgezogen.
Neuere Graviermaschinen sind Computergesteuert und gravieren mit einem Diamantfräskopf.
Für gute Gravuren benötigt man Vektorgrafiken, welche meist vom Graveur anhand einer "normalen" Bildvorlage wie jpg oder bmp erstellt werden.


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Die allerneuste Graviermethode ist das Lasern.
Hier wird anhand eines Laserstrahls das Material aus der Oberfläche des Schmuckstücks heraus gebrannt.
Natürlich gibt es hier keinerlei Handarbeit mehr, ausser dem Einspannen des zu gravierenden Schmuckstücks.
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Um eine gute Lasergravur zu erzielen, benötigt man gute Grafik Vorlagen, welche in spezielle Dateiformate eigens für den Laser umgewandelt werden müssen.
Ebenso das exakte Positionieren des Lasers ist Arbeit.
Und ein Laser hat hohe Anschaffungskosten.
Somit liegen Lasergravuren preislich am höchsten, bieten jedoch die Möglichkeit, Schriften bis unter 1 mm Größe zu gravieren.
So können ganze Romane auf einen einzigen Ring geschrieben werden.


Mit der Lasergravurtechnik kann man auch leichte Reliefgravuren anfertigen.
Dies enspricht in etwa einer schwarz-weiss Gravur, wobei hier die Gravur tiefer geht.
Die Reliefgravur hat zum Vorteil, dass die eingelaserten Punkte tief genug sind, sich nicht so schnell abzureiben.
Eine reine Photogravur ist meist sehr zart, dünn und nur an der Oberfläche, so dass man schon mit einem groben Schwamm die Gravur zerstören könnte.


Bei dieser Gravur ist eine gute Vorlage mindestens genau so wichtig für das Gelingen, wie bei den übrigen Lasergravuren.
Auf Wunsch erarbeiten wir natürlich auch die notwendigen Grafiken für Ihre Gravuren.


Eine weitere Möglichkeit ist die CNCGravur.
Hier wird bereits in der Konstruktion des Schmuckstückes die Gravur eingearbeitet.
Diese Methode bietet sich jedoch nur bei großen breiten Schriften an.


Auch bei der CNC Gravur benötigt man eine gute Grafik Vorlage, welche wieder in spezielle Dateiformate umgewandelt werden muss.


Sowohl bei der Laser- als auch bei der CNC Gravur können Sie alle möglichen Gravurvorlagen auswählen

Hier sehen Sie Beispiele für Neugotische Initialen aus dem 19. Jahrhundert.




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Berufe, welche der Schmuckherstellung dienen




Der Beruf des Goldschmieds ist zwar vielseitig, doch nicht so vielseitig wie manche Menschen glauben.

Um etwas Licht in das magische Schaffen des Schmucks zu bringen, führe ich hier einige Berufe auf,
die zur Erstellung eines Schmuckstücks von Vorteil wären - auf jeden Fall dann, wenn das Schmuckstück qualitativ hochwertig gearbeitet sein soll.

Beginnen wir mit den Edelsteinen:
Die Edelsteine werden geschliffen von Edelsteinschleifern.
Es gibt unter anderem Diamantschleifer, Kugelschleifer, Facettierer, Achatschleifer und so einige mehr.
Die unterschiedlichen Berufe entstehen durch unterschiedliche Schleiftechniken und Werkzeuge,
welche widerum durch unterschiedliche Härten und Beschaffenheiten der Edelsteine erforderlich sind.
Tierfiguren oder Wappengravuren in Edelsteinen werden von Edelsteingraveuren gemacht.
Kugeln werden von Bohrern gebohrt. Ja - der Mensch, der Edelsteine durchbohrt ist ein Bohrer. (nicht zu verwechseln mit dem Dollbohrer!)

Nun haben wir den Edelstein und wollen ein Schmuckstück daraus machen.
Der Edelstein soll von einem Metallrand gehalten werden und hier erscheint der Goldschmied.
Doch auch unter den Goldschmieden gibt es Unterschiede.
Es gibt sogenannte Modellgoldschmiede, welche ausschließlich Modelle für die Schmuckindustrie anfertigen.
Diese Goldschmiede müssen eine gute Ausbildung und Talent mitbringen, da sie in der Lage sein sollten,
jede Form in Metall anfertigen zu können.
Ebenso müssen sie verschiedene Arten von Edelsteinfassungen kennen und sie müssen wissen,
wie man diese anfertigt und worauf es beim "Bett für den Edelstein" ankommt.
Gute Modellgoldschmiede können auch Formen in Wachs oder Kunststoff freihändig anfertigen.
Dann gibt es den Juwelengoldschmied. Dieser sollte gelernt haben, hochwertige Edelsteine wie Rubine, Saphire, Smaragde,
aber auch seltene Opale, Aquamarine und viele andere hochwertige Edelsteine in klassischer Art und Weise in Metall zu bringen.
Ebenso muss er die verschiedenen Arten kennen, kleinste Brillanten in Schmuckstücken zu verarbeiten.
Er muss lernen, aus einem langen und dünnen Draht, Körbchen zu bauen, in die dann die hochwertigen Edelsteine und die Brillanten eingesetzt werden.
Er muss in der Lage sein, filigranen Schmuck gänzlich von Hand anfertigen zu können.
Die Ausbildung der Goldschmiede umfasst neben Fachmathematik, Metallwissen, Chemie wegen des Gebrauchs von Säuren und Laugen,
technisches Zeichnen, dreidimensionales Zeichnen, Edelsteinkunde und so einiges mehr.
Sie dauert 3 Jahre für den Goldschmied und 3,5 Jahre für den Juwelengoldschmied.
Und dann gibt`s da noch den ArmeSockeGoldschmied, welcher in Großbetrieben lernt,
die wiederum für - einst - Kaufhäuser, - heute - für TV-Shopping Kanäle oder Schmuckhandelsketten, welche ich hier nicht nennen will,
weil ich sonst bald ein Anwaltsgeschwader an der Backe habe, Massenware zusammenkloppen.
Diese ArmeSockeGoldschmiede lernen, tausende von Ringen rund zu klopfen, tausende von Steckern anzulöten, tausende von Ösen zuzustellen.
Sie lernen wenig, aber davon viel.
Nach mindestens 2 Jahren Berufserfahrung darf der Goldschmied sich zur Meisterprüfung anmelden.
Hierfür besucht er eine zweijährige weiterführende Schule, in der die ursprünglichen Fächer vertieft werden und
zudem noch Pädagogik, BWL, VWL und Buchhaltung hinzu kommt.
Die Meisterprüfung schließt ab mit einer schriftlichen und mündlichen und praktischen Prüfung, sowie der Abgabe eines Kürstücks,
welches unter Aufsicht angefertigt wird.
Diese Meisterprüfung kostet viel Geld und bringt ... nicht mehr Lohn.
Wobei wir bei den unschönen Seiten dieses Berufs wären.
Ein Goldschmied verdient heute zwischen 8,00 € und - wenn er richtig sau viel Glück hat 15,00 € brutto die Stunde.
Meist geht er mit 1600 oder 1800 € brutto Monatslohn nach Hause.
Es gibt einen Schmuckverband, welcher Löhne für Goldschmiede festlegt.
Man kann diesem Verband als Arbeitgeber beitreten - ist damit aber nicht verpflichtet, die ohnehin schon niedrigen Löhne zu zahlen.

Ein Goldschmied hat manchmal Werte von mehreren zigtausend Euro in der Hand und er ist dafür verantwortlich, dass diese Werte nicht zerstört werden.
Dafür wird er mit Hilfsarbeiterlöhnen abgespeist.

Doch nun weiter mit den Berufen, die letztendlich zum hochwertigen Schmuckstück führen, welches Sie später beim Juwelier erwerben können ...
der Juwelier ist kein Lehrberuf.
Juwelieren haben - wenn Sie als Kunde Glück haben - Ahnung von Schmuck, weil sie sich diese selbst angeeignet haben, indem sie Seminare und Kurse besuchen.
Ansonsten sind sie meist gelernte Kaufleute, wobei auch hier keine gesetzliche Pflicht besteht.

Sie selbst können zum Gewerbeamt gehen, Ihre Selbstständigkeit anmelden und angeben, dass Sie ein Juweliergeschäft aufmachen.
Das dauert ca. 30 Minuten und kostet rd 40 €.
Wenn Sie dann einen Goldschmied finden, der Sie mich hochwertiger Kommissionsware versorgt, Sie einen chicen Laden haben,
in dem Sie die Kommission schön präsentieren können, dann sind Sie Juwelier.
Es gibt viele Juweliere, welche über Generationen hinweg diesen Handel fortgeführt haben und welche über viel Fachwissen verfügen.
Diese sind vertrauenswürdige Ansprechpartner für Schmuck und Juwelen.
Ein Geschäft mit gehobener Ausstattung in guter Lage in einer schönen Fussgänerzone rechtfertigt immer gehobene Preise an hochwertigem Juwelenschmuck.

Nun zurück zum Schmuckschaffen:
Der Edelsteinschleifer hat den Stein geschliffen,
der Diamantschleifer hat die kleinen Brillanten geschliffen,
der Goldschmied hat ein Schmuckstück aus Gold gemacht.
Nun müssen die Steine in das goldene Stück!
Da kommt der Edelsteinfasser ins Spiel.
Dies sind solche Leute, die die Edelsteine in den Schmuck einsetzen, OHNE Klebstoff !
Die Edelsteine werden vom Metallrand, von kleinen Metallstäbchen oder von kleinsten Metallkörnchen gehalten.
Auch dieser Beruf will gelernt sein und auch hier gibt es eine langjährige Ausbildung, ähnlich der des Goldschmieds,
wobei beim Edelsteinfasser das Wissen über die Edelsteine ebenso wichtig ist, wie das Wissen über die Metalle und deren Verarbeitungsmöglichkeiten.

Nun, wenn alle Edelsteine im Schmuckstück eingefasst sind, möchte der Kunde vielleicht noch eine Gravur.
Dafür gibt es den Metallgraveur - ja - schon wieder ein neuer Mitspieler.
Der Edelsteingraveur graviert Edelsteine, der Metallgraveur graviert Metall.
Auch innerhalb dieser beiden Berufsgruppen gibt es weitere Unterteilungen. Doch ich will hier keine Romane schreiben...

Die Gravur ist also gemacht, doch das Schmuckstück ist nun noch immer ein wenig matt.
Und dafür gibt es Poliseusen.
Der Goldschmied kann sehr wohl Schmuck polieren, doch auch dies will gelernt sein.
So sitzen in großen Betrieben meist Frauen (wieso eigentlich meist Frauen ?!), welche den ganzen Tag nur Schmuck polieren.

Nun - wenn der Schmuck nach dem polieren noch gut gereinigt wurde, kommt er unter Umständen noch zum Galvaniseur.
Wenn Sie z.B. ein Stück in Weißgold haben, muss dieses rhodiniert werden. Also mit einer Rhodium-Schicht galvanisch überzogen werden.
Auch hierfür gibt es Firmen, welche ausschließlich Galvanoarbeiten anbieten.

Ist das gute Stück nun fertig und steht in seiner vollen Pracht in Glanz und Glorie, ist es reif für den Verkauf und geht entweder zum Juwelier,
zur Handelskette, zum TV-Shop oder es wandert direkt in Ihre Hände - so Sie denn direkt beim Hersteller - also beim Goldschmied
Ihr persönliches Schmuckstück in Auftrag gegeben haben.

Dies ist eine grobe Übersicht über Berufe im Schmuckbereich.
Es gäbe hier weitere Berufsgruppen zu nennen, doch das würde zu umfangreich.

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Fertigungsablauf am Beispiel eines Ringes

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Es ist uns daran gelegen Ihnen zu zeigen, dass wir hier wirklich noch ein altes Handwerk ausüben, welches Zeit, Ausdauer, Fachwissen und handwerkliches Geschick erfordert und sich damit ganz besonders von einer Massenproduktion abhebt.

Wir haben uns nicht die Mühe gemacht, den Arbeitstisch sowie das Werkzeug für die Fotos auf Hochglanz zu bringen.
Eine Goldschmiede ist eine Werkstatt. Hier wird von Hand gearbeitet und wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich auch Späne.

Der fertige Schmuck glänzt und ist blitzblank und lässt nicht wirklich auf Staub, Dreck und Lärm vermuten.
Die Herstellung der hochwertigen Juwelen, die Sie beim Juwelier finden, geschieht jedoch immer in der gleichen Weise - nämlich in einer Goldschmiede.
Und trotz des Staubes und des Drecks ist es eine wunderschöne Arbeit.

Da man je nach Kundenwunsch unterschiedliche Vorarbeit zur Materialvorbereitung leisten muss, beschränken wir uns hier auf eines der einfachsten Ringmodelle.

Verfolgen Sie also die Entstehung eines Ringes.

Ein auf die notwendige Länge abgesägter Vierkantstab wird rund gebogen. Hier soll ein Ring der O entstehen. Die Kugel und die Öse sind bereits angefertigt worden und werden später in die Ringschiene integriert. Je nach dem wie der Ring im Profil sein soll, muss ein Vierkantstab in der passenden Breite und Materialstärke gewalzt werden. Auch die Ringweite wird bei der Längenberechnung berücksichtigt.

Nachdem die Enden des Stabes zusammengestellt wurden, wird der Ring an der sogenannten Fuge zugelötet. Die Flächen, die gelötet werden, müssen sauber und fettfrei sein und müssen dicht aufeinander liegen, so dass beim Erhitzen ein Vakuum entsteht, welches das schmelzende Lot regelrecht in die Fuge saugt. Die Lötfuge wird vor dem Löten mit einem Reduktionsmittel bepinselt, um Oxidationen zu vermeiden.

Dieses Reduktionsmittel, sowie die Oxidationen die auf der Restfläche des Metalls entstehen, werden in heißer Säure "abgekocht", wie es unter Goldschmieden heißt. Anschließend wird das Schmuckstück unter klarem Wasser von Säurerückständen gesäubert und gut getrocknet, bevor man mit Werkzeugen daran weiter arbeitet. Feuchtigkeit und Säure verursachen Rost und die Goldschmiedewerkzeuge sind aus Werkzeugstahl, der selten rostfrei ist.

Nun wird die Ringschiene auf einem Ringstock rund geklopft. Bei diesem Arbeitsschritt weitet sich der Ring etwas. Diese Dehnung muss bei der Längenberechnung des Vierkantstabes mit berücksichtigt werden. Später beim Schleifen wird die Ringweite wieder beeinflußt und wieder ein Faktor, der auch ganz zu Beginn mit in die Längenberechnung einfließen muss. Ansonsten ist der Ring fertig und man muss ihn gleich wieder aufsägen und weitenändern.
Nicht gut ! - das darf nur dem Lehrling passieren... ;)

Doch auch wenn der Meister am Werk ist, misst er die Weite, die nun fast ihre gewünschte Größe erreicht hat...
puh - zum Glück richtig gerechnet.

Ist der Ring rund, kann er an den Seitenwänden und der Oberfläche gefeilt werden. Hammerspuren, Sägespuren und der kleine Absatz an der Fuge werden so geglättet.

Hier sehen Sie den gefeilten Ring im Fell. Die Oberfläche des Ringes ist nach dem Feilen rauh und kantig. Die Kanten sind messerscharf. Das "Fell" ist ein Ziegenleder, welches am "Werkbrett" - dem Goldschmiedetisch befestigt ist und dem Goldschmied auf dem Schoß liegt. In diesem Fell wird die sogenannte Feilung aufgefangen. Als Feilung bezeichnet man die Späne, die beim Fräsen, Feilen und Sägen abfallen, sowie der Staub, der beim Schmirgeln entsteht.

Da die Ringschiene ein linsenförmiges Profil haben soll, wurde hier mit einem Fräser die Innenfläche des Ringes zu den Außenkanten hin abgerundet. So langsam nimmt der Ring Form an und immer mehr Feilung ist im Fell.

Mit einer Feile wurde der Ring nun auch auf seiner Außenfläche abgerundet, so dass im Querschnitt eine Linse erkennbar wird. Nach wie vor ist die Oberfläche rauh wie eine Muskatreibe und die Kanten sind messerscharf.

Nun bekommt der Ring seine Stempel; die Punzierung. Hier wird der Feingehalt der Legierung eingestempelt, sowie der Firmenstempel. Handelt es sich um verschiedene Legierungen, wie z.B. Sterlingsilber und Gold, so dürfen beide Stempel im Sterlingsilber angebracht sein, wenn die beiden Edelmetalle fest miteinander verbunden sind. Dies ist gesetzlich geregelt.
Nähere Infos zum Stempelgesetz können Sie unter Fachkunde nachlesen.

Nachdem nochmals kontrolliert wurde, ob der Ring immer noch rund ist und durch den Hammerschlag des Punzen keine Beulen hat, wird er nun mit 2 bis 3 verschiedenen Körnungen geschmirgelt. Dabei fällt Metallstaub ins Fell - immer feinkörniger und die Oberfläche des Ringes wird immer glatter.

Nun kann die Ringschiene weiter bearbeitet werden. In diesem Fall wird ein Loch gebohrt, damit eine Kugel am Ring befestigt werden kann.

Nachdem die Kugel eingepasst wurde, wird sie am Ring befestigt. Dazu wird wieder gelötet, in gleicher Weise wie zu Beginn, als die Enden des Vierkantstabes zusammen gelötet wurden.

Nachdem unser Ring nun wieder in der Säure abgekocht, im klaren Wasser abgespült und anschließend gut getrocknet wurde, wird er innen geschmirgelt. Auch hier wird wieder mit 2 bis 3 Körnungen gearbeitet, bis die Metalloberfläche glatt genug ist, um feingeschliffen zu werden. Und wieder fliegt der Staub...

Nun bekam die Kugel ihre Öse, welche auch wieder zugelötet wurde. Schließlich soll sie nicht verloren gehen. Wieder der gleiche Durchlauf; Säure, Wasser, trocknen, bevor man die Fuge der Öse versäubern kann, so dass nicht mehr zu sehen ist, wo gelötet wurde.

Hier beginnt nun die gefährlichste und schmutzigste Arbeit des Schmuckschaffens. Es gibt eigens ausgebildete Polisösen, die tagtäglich nichts anderes machen, als Schmuck zu polieren.
Die Poliermaschinen haben zwar Absaugmotoren, doch die Poliermullen und Bürsten drehen sich mit so hoher Geschwindigkeit, dass immer Staub in die Nase geht. Das ist nicht zu umgehen.

Es gibt verschiedene Schleif und Polierpasten, die man schrittweise anwendet. Zwischen den verschiedenen Schritten muss der Schmuck im Ultraschallbad gereinigt werden, damit keine Schleifpaste an die Polierscheiben kommt. Für jede Paste gibt es die passenden Bürsten und Mullen. Kommt Schleifpaste an eine Poliermulle, kann man diese Mulle wegwerfen.

Für die Innenflächen des Ringes gibt es geeignete Aufsätze.
Beim schleifen und polieren muss man höllisch aufpassen, dass der Schmuck sich in keinster Weise im Schleifaufsatz verfängt. Die Maschinen laufen mit bis zu 3600 UpM.
Würde man sie mit einer Poliermulle auf die Autobahn stellen, würde sie mit 170 KmH davonbrausen.
Sie können sich also vielleicht vorstellen was mit einem Ring geschieht, der durch falsches Anhalten an die Bürste wegfliegt. Noch spannender ist es, Ketten zu polieren...
Es gibt eine skalpierte Goldschmiedin in unserer Stadt, deren langes Haar sich in der Maschine verfing und es gibt verkrüppelte Finger, die von Ketten zerschnitten wurden. Doch genug der Horrorgeschichten....

Das Resultat des Polierens sieht man erst richtig, wenn der Schmuck im Ultraschallbad von Fetten und Oxyden der Schleif und Polierpasten gesäubert wurde. Es mag nicht den Anschein erwecken, dass diese Plörre reinigend wirken kann. Doch mit viel Ammoniak und Schmierseife lösen sich mit Hilfe der Ultraschallwellen alle Polierrückstände sofort auf.

Wenn das gute Stück nun unter klarem Wasser seine Endsäuberung erhielt und trocken ist, kann es unter Umständen fertig sein.

Wünscht der Kunde nun jedoch eine matte Oberfläche, oder geschwärztes Silber, oder eine Rhodinierung, geht die Arbeit nun weiter ... wie auch für uns, die wir nun wieder ans Werkbrett zurück müssen ...

Es würde uns freuen, wenn Sie sich nun ein besseres Bild unserer Arbeit machen können.
Wie Sie nach diesen Eindrücken sicher feststellen, ist die Anfertigung eines umfangreicheren Schmuckstücks, wie zum Beispiel eines Colliers mit vielen Edelsteinen, eine wirklich diffizile und langwierige Arbeit.
Wenn Sie mehr über unsere Arbeit wissen wollen, können Sie uns gerne kontaktieren.



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